Festivals & KonzerteGroße Feste für die Musik

Große Feste für die Musik

Von der Arena in Verona bis Rock am Ring: Was bieten Europas große Open-Air-Festivals im Sommer 2026? Ein Überblick über elf Highlights von Avantgarde bis Weltmusik – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit garantiertem Hörgenuss.

Text: Gunnar Erth

Tolle Klänge an einem strahlenden Sommertag, dazu vielleicht ein leckeres Kaltgetränk in der Hand und Tausende von begeisterten Gleichgesinnten: Wer einmal auf einem Open-Air-Festival war, will wiederkommen. Und es wird für jeden etwas geboten, zum Beispiel Klassik im Amphitheater, Oper und Jazz auf Seebühnen oder – für die ganz Harten – Rock mit Staub oder Schlamm.

Klassik mit Kulisse

In Südeuropa werden im Sommer wieder viele antike Amphitheater mit Leben gefüllt. Das bekannteste Festival in dieser Kulisse steigt in Verona – bis zu 20.000 Besucher genießen dort Opernklassiker wie „Turandot“ und „Nabucco“. 2026 kommt Franco Zeffirellis legendäre „Aida“-Inszenierung zurück – mit Verdis Musik und goldener Pyramidenkulisse. Auch Events wie „Viva Vivaldi“ oder „Carmina Burana“ stehen auf dem Spielplan. Für Festivalfans, die Kultur mit mediterranem Lebensgefühl verbinden wollen, gilt Verona als Highlight. Wer früh bucht ist, kann Tickets bereits ab rund 30 Euro erwerben; Premiumplätze kosten mehrere Hundert Euro.

Die Kulissen der Bregenzer Festspiele sind immer spektakulär – wie auch 2025 beim „Freischütz“.

Auch im südfranzösischen Aix-en-Provence beeindruckt die Kulisse, vor allem der Hof des ehemaligen Erzbischofspalasts. Das Festival d’Aix-en-Provence präsentiert nicht nur Klassik und Opern von Mozart oder Verdi, sondern ist auch offen für neue Werkformen, moderne Regieansätze und Uraufführungen. Wer Klassik mit unerwarteter Perspektive erleben möchte oder neugierig auf die Zukunft der Oper ist, ist hier richtig. Die Ticketpreise liegen zwischen 32 und 306 Euro.

Auch am Bodensee wird jedes Jahr spektakuläre Klassik geboten. Die Bregenzer Festspiele verwandeln das Ufer in eine Opernarena. An der Seebühne versammeln sich bis zu 7000 Besucher auf Holztribünen am Wasser, hinter ihnen der Pfänder-Berg, vor ihnen ein Bühnenbild, das auf dem See zu schweben scheint. Dazu Musik von Weltklasse. 2026 wird erstmals Verdis „La Traviata“ auf der Seebühne inszeniert. Die günstigsten Tickets sind ab 30 Euro erhältlich. Am anderen Ende stehen die Loungetickets für bis zu 484 Euro – inklusive Aperitif und Fingerfood vor der Vorstellung, Führung hinter den Kulissen und Festspieldinner.

Von Jazz bis Weltmusik

Apropos Seekulisse. Auch in Montreux kann man diese genießen, und zwar bei Europas größtem Jazzfestival. Seit 1967 zieht es jährlich Hunderttausende an. Was Montreux auszeichnet, ist die Vielzahl von Open-Air-Bühnen. Die berühmte Lake Stage ist eine Konstruktion direkt am Seeufer, an der Uferpromenade befindet sich ein dichtes Netz kostenloser kleinerer Bühnen. 2025 gab es über 600 Gratisveranstaltungen an 13 Schauplätzen. Für die Highlights lagen die Preise bei 95 bis 145 Euro. Das Programm für das diesjährige 60. Festival stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Noch ein Jahr älter als Montreux ist das Pori-Jazz-Festival an Finnlands Westküste. Wobei: Der Name ist irreführend, denn das breit gefächerte Programm reicht von Jazz über Soul und Funk bis zu Weltmusik. 2025 gab es über 100 Veranstaltungen auf dem Gelände der Insel Kirjurinluoto im Delta des Flusses Kokemäenjoki und kostenlose Acts in Poris Stadtzentrum. Zwei Drittel der Shows sind ohnehin kostenfrei. Das Line-up für 2026 wird noch veröffentlicht. In der Vergangenheit traten hier Stars wie Sting, Roxette und Kurt Elling auf.

Frauenpower in Roskilde. Die dänische Sängerin Annika war 2025 Opening Act. Das Roskilde-Festival verteilt alle Gewinne an soziale Zwecke.

Weiter südlich, im dänischen Roskilde, weiß man schon, wer 2026 zu Gast sein wird. Die Gorillaz und The Cure werden auf der legendären Orange Stage erwartet. Auf mehr als zehn Bühnen treten Stars ebenso auf wie Newcomer, Underground-Acts und regionale Bands. Das Programm reicht von Rock, Pop und Hip-Hop über Metal, Elektronik und Punk bis zu Jazz und Weltmusik.

Gegründet 1971 nach dem Vorbild von Woodstock, ist das Roskilde-Festival eines der größten Open-Air-Festivals Europas – und das wohl wertebewussteste. Jedes Jahr kommen 130.000 Besucher zusammen, um Musik zu hören, in der Zeltstadt zu leben, zu feiern – und Gutes zu tun, denn: Roskilde ist non-profit. Alle Gewinne fließen in soziale, kulturelle und ökologische Projekte.

Ebenfalls für Vielfalt steht das Sziget-Festival auf der Óbuda-Insel in Budapest. Das Motto „Insel der Freiheit“ ist Programm, denn das Festival propagiert offene Grenzen zwischen Genres, Kulturen und Erlebnissen. Die Besucher erwartet ein Mix aus Pop, Rock, Hip-Hop, Weltmusik, Electronic, Theater, Kunstinstallationen und Partys. Mit über 50 Bühnen, mehr als 1000 Auftritten pro Ausgabe und einem Gelände, das zur Festivalstadt wird, sucht das Sziget seinesgleichen. Tagestickets gibt es ab 75 Euro.

Der Mix aus Musik und Atmosphäre macht den Reiz von Open-Air-Festivals aus. Auf dem Budapester Sziget-Festival ist das Spektrum der Interpreten und Genres besonders breit – von Singer-Songwriter bis Jazz.

Spezifischer ist da das Tomorrowland im belgischen Örtchen Boom. Es gilt als das weltweit führende Festival im Bereich elektronischer Tanzmusik (EDM). Dank der spektakulären Kulisse ist es eine Mischung aus Musik und Fantasy­Inszenierung. An zwei Wochenenden im Juli animieren Hunderte von DJs und Acts aus House, Techno, Trance und Hardstyle zum Tanzen. Der Einstiegspreis für Basistickets liegt bei mehreren Hundert Euro, für Hospitality-Pakete waren 2025 über 1700 Euro fällig.

Harte Klänge in Deutschland

Wer es lieber rockiger mag, für den ist Rock am Ring in der Eifel das Richtige, das dreitägige Mekka des Genres. Vom 5. bis zum 7. Juni werden wieder über 70 Bands am Nürburgring erwartet. Headliner sind unter anderen Linkin Park und Iron Maiden. Allerdings ist das Festival ausverkauft. Tickets sind lediglich über Zweitmarkt-Plattformen erhältlich, meist für über 500 Euro.

Abschließend eine Besonderheit unter den Open-Air-Events: das Hurricane-Festival im niedersächsischen Scheeßel und Southside in Neuhausen ob Eck an der Schwäbischen Alb. Jeweils drei Tage lang treffen sich Zehntausende Fans, um Pop, Rock, Indie und Alternative unter freiem Himmel zu feiern. Dabei sehen sie ein identisches Programm, denn es sind Geschwisterfestivals. Zum 30. Jubiläum sind etwa Twenty One Pilots, Kraftklub und Yungblud zu Gast. Nicht Ihr Geschmack? Kein Problem – bei der Bandbreite an Festivals ist für jeden das passende dabei.

Für Fans elektronischer Musik ist Tomorrowland in Belgien ein Muss.

 

Heißer Sommer, tolle Konzerte

Die meisten Open-Air-Festivals finden zwischen Juni und August statt. Ein Überblick.

  • 5.–7. Juni: Rock am Ring (Nürburgring). Genres: Rock, Metal, Alternative. www.rock-am-ring.com
  • 12. Juni – 12. September: Arena di Verona Opera Festival (Italien). Genres: Oper, Klassik. www.arena.it
  • 19.–21. Juni: Hurricane (Scheeßel). Genres: Rock, Pop, Indie, Alternative. www.hurricane.de
  • 19.–21. Juni: Southside (Neuhausen ob Eck). Genres: Rock, Pop, Indie, Alternative.
    www.southside.de
  • 27. Juni – 4. Juli: Roskilde-Festival (Dänemark). Genres: Rock, Pop, Hip-Hop, Elektro, World, Punk. www.roskilde-festival.dk
  • 2.–21. Juli: Festival d’Aix-en-Provence (Frankreich). Genres: Oper, Klassik, zeitgenössische Musik. www.festival-aix.com
  • 3.–18. Juli: Montreux Jazz Festival (Schweiz). Genres: Jazz, Soul, Funk, Pop, Weltmusik.
    www.montreuxjazzfestival.com
  • 10.–18. Juli: Pori Jazz (Finnland). Genres: Jazz, Soul, Funk, Blues, World. www.porijazz.fi
  • 17,–19. und 24.–26. Juli: Tomorrowland (Belgien). Genres: EDM, House, Techno, Trance, Elektro. www.tomorrowland.com
  • 11.–15. August: Sziget-Festival (Ungarn). Genres: Pop, Rock, Indie, Hip-Hop, World, Electronic. www.szigetfestival.com

Fotos: Lionel Flusin/Festival Montreux, Moritz von Treuenfels/Festival Bregenz, Kim Matthaei Leland/Festival Roskilde, Sziget Fesztival, Tomorrowland 

 

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